Die bekannte Cueva del Viento in Icod del los Vinos ist ein einzigartiges Höhlenlabyrinth aus verschiedenen Vulkanröhren und zählt mit einer Länge von 18 km zu den drei größten weltweit. In seinem inneren befinden sich drei verschiedene Ebenen, die sich zu einem einzigartigen, weit verzweigten Netz unterirdischer Röhren und Galerien verbinden. Die Röhren führen von den Bergen bei Los Piquettes bis hinunter an die Playa San Marcos.
Ein Teilstück , von rund 1, 8 Kilometern wurde nun für den Besuch von geführten Gruppen vorbereitet und bietet einen faszinierenden Ausflug in die Unterwelt Teneriffas.
Die Röhren entstanden durch einen Vulkanausbruch vor rund 27.000 Jahren. Sie formieren sich , wenn ein Lavastrom durch ein Hindernis gestoppt wird, so dass die Außenhaut erkaltet und versteinert.
Beginnt die Lava im inneren abzufließen, bleibt die äußere Hülle zurück und bildet eine tunnelähnliche Röhre. Doch auch das Innenleben spiegelt wieder, wie die Lava weiter floss. Geriet sie erneut ins Stocken, blieben terrassenförmige Gebilde zurück, ging der Vorgang zu schnell vor sich, ist die Wand im inneren fast glatt.
Manchmal kann man Relikte von * Wasserfällen * aus Lavastrom erkennen oder erstarrte Lava tropfen, die an der Decke hängen. Höhlenforscher fanden in dem Röhrensystem, das den Bewohnern der Berge oberhalb Icods von jeher bekannt war, ein faszinierendes geologisches Paradies vor.
In den 60er Jahren wurde mit der systematischen Erforschung begonnen und in den letzten 20 Jahren wurden diese Bemühungen forciert. Dadurch konnte eine Karte erstellt werden, die belegt, das dieses unterirdische Labyrinth noch weiter verzweigt ist, als man ursprünglich annahm.
Seid 1994 übernahm die Organisation des naturwissenschaftlichen Museums Teneriffas die Ausgrabungen vor. Die Wissenschaftler entdeckten einen Schacht, der fast 17 Meter in die Tiefe führt und eine weitere Tunnelebene zutage brachte. In dem empfindlichen Ökosystem leben rund 190 Spezies, die perfekt an die Verhältnisse ihrer dunklen Umwelt adaptiert sind. Beispielsweise Kakerlaken ohne Augen und blinde Spinnen, die sich mit Hilfe ihrer Hinterbeine orientieren.
Außerdem wurden Überreste ausgestorbener Tiere entdeckt, wie die Fossilien der tinerfenischen Riesenechse, die anderthalb Meter lang werden konnte oder die sagenumwobene Riesenratte, die etwa die Größe einer Katze erreichte. Mit der Öffnung der Höhle für Besucher erhält die gesamte Gegend eine weitere, besondere Attraktion, die einen spannenden Ausflug garantiert.